Lieferantenwechsel in 24 Stunden (LFW24)
Der technische Vorgang eines Lieferantenwechsels im Strom muss werktäglich binnen 24 Stunden möglich sein. Was nach einer verkürzten Frist klingt, hat die Wechselprozesse der GPKE und der WiM neu geordnet. Wir haben die Umsetzung in vier Häusern begleitet, bei Netzbetreibern und bei Lieferanten.
Worum es geht
Grundlage ist § 20a des Energiewirtschaftsgesetzes. Die Bundesnetzagentur hat die Vorgabe mit der Festlegung BK6-22-024 vom 21. März 2024 ausgestaltet; seit dem 6. Juni 2025 wird danach gearbeitet. Die Festlegung fasst die Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität (GPKE) und die Wechselprozesse im Messwesen (WiM) neu, nimmt die Prozesse für erzeugende Marktlokationen in die GPKE auf und strukturiert den Austausch der Stammdaten um. Die Marktlokation wird vor der Anmeldung über die MaLo-Ident-API eindeutig identifiziert, die einzelnen Prozessschritte sind mit engen Fristen versehen.
Die Beschlussdokumente stehen bei der Beschlusskammer 6 der Bundesnetzagentur.
Woran es in der Praxis hängt
- 24 Stunden lassen keinen Raum für Handarbeit. Was früher ein Sachbearbeiter über Tage klären konnte, muss das System jetzt selbst entscheiden. Jeder Fall, der in der manuellen Klärung landet, ist ein Fall, der die Frist reißt.
- Die Stammdaten müssen vorher stimmen. Eine Anmeldung ist nur so gut wie die Identifikation der Marktlokation davor. Fehler in den Stammdaten zeigen sich nicht mehr irgendwann, sondern sofort.
- Der Wechselprozess endet nicht beim Wechsel. Netznutzung, Bilanzierung und Abrechnung hängen an denselben Zeitpunkten. Wer nur die Wechselnachrichten umstellt, findet die Folgen später in der Abrechnung.
- Standard oder Eigenentwicklung. Im Umfeld von SAP S/4HANA Utilities stellt sich bei jeder Anforderung die Frage, was der Standard leistet, was individuell gebaut werden muss und was mit dem Hersteller zu klären ist.
- Der Stichtag ist nicht das Ende. Nach der Umstellung beginnt der Betrieb – mit neuen Fehlerbildern, die Fachbereich und IT gemeinsam lesen lernen müssen.
Die Klärfälle, die der LFW24 in vielen Häusern ausgelöst hat, sind der Ausgangspunkt unseres AI-Labors für die Energiewirtschaft: Dort entsteht die KI-gestützte Klärfallbearbeitung.
Was wir tun
- Fachberatung zu den Wechselprozessen nach GPKE und WiM, aus Sicht Ihrer Marktrolle und mit Blick auf das Gegenüber
- Auswirkungsanalyse für Netznutzung, Bilanzierung und Abrechnung
- Fachkonzepte für IT und Dienstleister; im Umfeld von SAP S/4HANA Utilities die Begleitung der Fachbereiche in der Abstimmung mit dem Hersteller, zu Standard und Individualentwicklung
- Testbegleitung und Fehleranalyse bis auf die Ebene einzelner EDIFACT-Segmente
- Prozess- und Formatschulungen für die Fachbereiche, etwa als viertägige Workshop-Reihe, auf Wunsch als fachliches Team-Coaching
- Auf Lieferantenseite: Strom und Gas zusammen denken, LFW24 und GeLi Gas
Woher unsere Erfahrung kommt
Wir haben den LFW24 aus beiden Richtungen gesehen: bei einem überregionalen Verteilnetzbetreiber im Umfeld von SAP S/4HANA Utilities, bei einem regionalen Verteilnetzbetreiber mit Schulung und Coaching des gesamten Bereichs, bei einem Großstadtwerk mit Lieferant und Netz unter einem Dach während einer Systemmigration und bei einem Energiedienstleister auf der Lieferantenseite, dort zusammen mit GeLi Gas. Namen und Ansprechpartner nennen wir im persönlichen Gespräch.
Wie eine Zusammenarbeit beginnt
Am Anfang steht ein Gespräch über Ihre Marktrolle, Ihre Systeme und den Stand Ihrer Umsetzung. Danach wissen Sie, wo wir helfen können und wo nicht. Eine kurze Mail genügt, wir melden uns in der Regel am selben Werktag.
Verwandte Leistungen: Formatwechsel begleiten, Bilanzierung und MaBiS-Hub, Schulung und Wissenstransfer