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Wissen

Stichtage der Marktkommunikation

Was ist geplant und wo stehen die Verfahren. Eine Übersicht!

Der Rhythmus

Die Datenformate der Marktkommunikation werden in der Regel zweimal im Jahr umgestellt, Anfang April und Anfang Oktober. Der Weg dorthin ist immer derselbe: Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die neuen Fassungen in einer Mitteilung zu den Datenformaten und stellt sie zur Konsultation, nach Auswertung der Stellungnahmen wird die verbindliche Fassung bekannt gegeben. Die laufenden Mitteilungen stehen bei der Beschlusskammer 6.

Formate und Festlegungen

StichtagWas giltBetroffene Dokumente und MarktrollenFundstelle
gilt seit Überarbeitete Nachrichtentypversionen, verbindlich ab diesem Tag für alle umsetzungspflichtigen Marktteilnehmer. Unter anderem UTILMD AHB Strom 2.2 mit MIG S2.2, UTILMD AHB Gas 1.2 mit MIG G1.2, APERAK 2.2, MSCONS 3.2, UTILTS 1.1, Allgemeine Festlegungen 6.1d, Prüfidentifikatoren 4.0, Entscheidungsbaum-Diagramme und Codelisten 4.3, AS4-Profil 1.2. Alle Marktrollen Strom und Gas. Mitteilung Nr. 56 der Bundesnetzagentur vom 1. April 2026 (Inkrafttreten); konsultiert mit Mitteilung Nr. 55 vom 2. Februar 2026
Überarbeitete Fassungen für den Redispatch 2.0 und für den Übertragungsweg, verbindlich ab diesem Tag. Für die EDIFACT-Nachrichten, die Entscheidungsbaum-Diagramme und die API-Webdienste gibt es zu diesem Termin keine neuen Dokumente und damit keinen Anpassungsbedarf. ActivationDocument AWT 1.1g (Redispatch 2.0, eine kleine Anpassung wegen einer geänderten Anforderung im Bahnstrom-Umfeld) und Regelungen zum Übertragungsweg 1.11, vor allem zur Zertifikatsnutzung bei mTLS; dafür kann auch das S/MIME-Zertifikat in Frage kommen, wenn es die Client-Authentication-EKU trägt. Alle Marktrollen, die EDIFACT- oder Redispatch-Daten austauschen. Mitteilung Nr. 58 der Bundesnetzagentur vom 1. Oktober 2026; konsultiert mit Mitteilung Nr. 57 vom 31. Juli 2026
gilt seit Lieferantenwechsel in 24 Stunden (LFW24) im Strommarkt nach § 20a EnWG: Festlegung BK6-22-024 vom 21. März 2024, neu gefasste GPKE und WiM, Identifikation der Marktlokation über die MaLo-Ident-API. GPKE, WiM, MaLo-Ident-API. Netzbetreiber, Lieferanten und Messstellenbetreiber Strom. Mehr zum LFW24 Beschlusskammer 6, Lieferantenwechsel in 24 Stunden
ab 2030, nach derzeitigem Stand MaBiS-Hub: Festlegungsverfahren BK6-24-210 zur zukünftigen Aggregation und Abrechnung bilanzierungsrelevanter Daten, eröffnet am 2. Oktober 2024 mit einem ersten Eckpunktepapier, zweites Eckpunktepapier vom 7. Februar 2025. Mit Veröffentlichung vom 27. Mai 2025 in zwei Verfahrensblöcke geteilt: Messwertverarbeitung und Pseudonymisierung (BK6-24-210-1) sowie Bilanzierung und Bilanzkreisabrechnung (BK6-24-210-2). Nach derzeitigem Verfahrensstand soll der Hub ab dem Jahr 2030 kommen. Seine neuen Anwendungsfälle werden in EDIFACT ausgeprägt, nicht als API-Webdienste (Mitteilung Nr. 58). MaBiS, Bilanzkreisabrechnung, Messwertaustausch. Netzbetreiber, Lieferanten, Bilanzkreisverantwortliche, Übertragungsnetzbetreiber, Messstellenbetreiber. Mehr zum MaBiS-Hub Beschlusskammer 6, MaBiS-Hub

API-Webdienste: bleiben bei MaLo-Ident und Steuern

Mit Mitteilung Nr. 58 ist die Frage entschieden. Die im Juli 2026 neu konsultierten API-Webdienste, etwa zur Berechnungsformel und zum Lokationsbündel, werden nicht eingeführt. Die API-Webdienste bleiben damit auf die Anwendungsfälle MaLo-Ident und Steuern beschränkt; diese bleiben in Betrieb und können fachlich weiterentwickelt werden. Die UTILTS bleibt erhalten, Lokationsbündel und Berechnungsformeln werden weiter über UTILMD und UTILTS übermittelt, und auch die neuen Anwendungsfälle aus dem MaBiS-Hub kommen in EDIFACT. Die Anpassungen zu Lokationsbündeln und Berechnungsformeln will die Bundesnetzagentur in einer künftigen Konsultation vorstellen.

Für die Praxis heißt das: Wer EDIFACT beherrscht, beherrscht weiterhin den Kern der Marktkommunikation. Projekte, die einen breiten Umstieg auf API-Webdienste vorbereitet haben, sollten ihre Planung überprüfen.

KI-Regulierung: EU AI Act

Für Unternehmen, die KI in der Marktkommunikation einsetzen wollen, zählen daneben die Fristen der KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689). Die Termine für Hochrisiko-Systeme hat der Digital Omnibus (Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit 27. Juli 2026) nach hinten verschoben.

StichtagWas giltBetroffenFundstelle
gilt seit Transparenzpflichten nach Art. 50: Die Interaktion mit einem KI-System und KI-erzeugte Inhalte müssen gekennzeichnet werden. Nur für die Kennzeichnung nach Art. 50 Abs. 2 gilt bei Systemen, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden, eine Frist bis zum 2. Dezember 2026; die übrigen Transparenzpflichten gelten ohne Schonfrist. Anbieter und Betreiber von KI-Systemen mit Nutzerkontakt oder erzeugten Inhalten Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 50; Übergangsfrist laut Europäische Kommission, Rechtsrahmen für KI
Pflichten für Hochrisiko-KI nach Anhang III (Konformitätsbewertung, Registrierung, menschliche Aufsicht, Überwachung), Anbieter und Betreiber von Hochrisiko-Systemen nach Anhang III Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus); Europäische Kommission, Rechtsrahmen für KI
Pflichten für KI als Sicherheitskomponente in Produkten nach Anhang I. Hersteller regulierter Produkte mit KI-Komponenten Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus); Europäische Kommission, Rechtsrahmen für KI

Angaben geprüft am 1. Oktober 2026 anhand der verlinkten Fundstellen. Maßgeblich ist immer die Fundstelle; wir ziehen die Seite bei jeder neuen Mitteilung nach. Fehlt ein Termin, der Sie betrifft? Schreiben Sie uns.

Dazu passend: Marktkommunikation im Bahnstromnetz, Formatwechsel begleiten, Konsultationen und Verbandsarbeit, Bilanzierung und MaBiS-Hub